Immobilien als Altersvorsorge – sinnvoll oder nicht?

Der Kauf von Wohneigentum liegt derzeit voll im Trend. Und das aus gutem Grund: Denn Immobilienkäufer profitieren von historisch tiefen Bauzinsen und sind unabhängig von Mieterhöhungen. Angesichts sinkender gesetzlicher Renten ist das Eigenheim für viele außerdem ein wichtiger Baustein in der privaten Altersvorsorge, wie die aktuelle Umfrage belegt:

Der Wunsch fürs Alter vorzusorgen ist demnach bei rund 53% der Befragten ausschlaggebend für den Erwerb einer Immobilie. Ein Haus oder eine Eigentumswohnung ist bereits ein Wert an sich und kann im Alter durch die Mieteinsparungen finanziell entlasten. Wer mit dem Gedanken liebäugelt, eine Immobilie als Altersvorsorge zu erwerben, sollte sich jedoch vorab über die verschiedenen Investitionsmöglichkeiten sowie über typische Fallstricke informieren.

Altersvorsorge Test: Welche ist die richtige Altersvorsorge?

Lebensversicherung, Aktien oder Immobilien? Rente und Altersvorsorge beschäftigen viele Deutsche angesichts sinkender gesetzlicher Alterssicherung und umstrittener staatlicher Vorsorgemodelle wie Riester. Schließlich möchte man sich auch im Ruhestand einen gewissen Lebensstandard sichern. Welche Altersvorsorge die richtige ist, lässt sich pauschal jedoch nicht beantworten und muss immer im Einzelfall entschieden werden. Die eigene finanzielle Situation und persönliche Lebensplanung spielen dabei eine wichtige Rolle. Außerdem gilt: Jede Anlageform unterliegt wirtschaftlichen Schwankungen. Auch Experten können keine verlässlichen Prognosen formulieren. Es ist daher empfehlenswert, eine Anlageform zu wählen, die zu den eigenen Bedürfnissen und Lebensentwurf passt. Eine Immobilie als Altersvorsorge kann in vielen Fällen sinnvoll sein, wenn Käufer einige Stolpersteine beachten.

Wie kann ich das Eigenheim als Altersvorsorge nutzen?

Angesichts der Niedrigzinsen auf Sparguthaben und Schwankungen an der Börse wird eine Immobilie als alternative Altersvorsorge für viele immer interessanter. Die meisten denken dabei an den Erwerb eines mietfreien Alterswohnsitzes. Es gibt jedoch weitere Möglichkeiten, eine Wohnung beziehungsweise ein Haus als Altersvorsorge zu nutzen.

Es ist auch möglich, eine Immobilie als Kapitalanlage zu nutzen. Dabei haben Immobilienbesitzer mehrere Optionen: So kann der gewinnbringende Wiederverkauf der Immobilie das Ziel sein – vor allem in Ballungszentren sind die Entwicklungspotenziale von Immobilien in der Regel positiv einzuschätzen. Es ist außerdem möglich, in eine Immobilie zu investieren, um diese anschließend zu vermieten. Die Mieteinnahmen fließen dann in den Vermögensaufbau.

Langfristiges Wertentwicklungspotential kennen

Wer eine Immobilie als Kapitalanlage nutzen möchte, sollte sich vorab mit dem langfristigen Wertentwicklungspotential beschäftigen und umfassend recherchieren. Denn nicht jede Immobilie ist eine stabile Wertanlage. Die Standortwahl beeinflusst maßgeblich die Wertentwicklung. Für den Wert spielt zwar auch die Ausstattung und der Zustand der Immobilie eine wichtige Rolle. Entscheidend ist aber vor allem der Bodenpreis. Dieser wird maßgeblich von Angebot und Nachfrage beeinflusst. Insbesondere in attraktiven Lagen und Ballungsgebieten ist daher mit einer positiven Wertentwicklung zu rechnen. Wie viel eine Bestandsimmobilie im Vorort in 20 Jahren wert ist, vermag niemand vorherzusehen. Bestandsimmobilien in suboptimaler Lage können jedoch häufig an Wert verlieren.

Selbstnutzung der Immobilie – das gilt es zu beachten

Hausherr zu sein ist bereits ein Wert an sich. Damit Immobilien als Altersvorsorge ihren Zweck erfüllen, sollte man jedoch einige typische Fallstricken vermeiden.

Betriebs- und Sanierungskosten beachten

Ein saniertes, energieeffizientes Einfamilienhaus

Die kaputte Heizung, das marode Hausdach oder der altersgerechte Umbau: Für eine eigene Immobilie fallen zwar keine Mietkosten an – die Instandhaltung und der Umbau belasten dennoch den Geldbeutel des Immobilienbesitzers. Es ist daher wichtig, über ein finanzielles Polster für Reparaturen zu verfügen. Geht die Heizung kaputt, kann das schnell mehrere Tausend Euro kosten. Bedenken sollten Immobilienbesitzer auch, dass sich die eigenen Bedürfnisse im Laufe der Zeit verändern. Insbesondere altersgerechte Umbauten oder energieeffiziente Sanierungen sind sehr kostspielig. Auch Betriebskosten fallen natürlich im Eigenheim an.

Die richtige Tilgung ist besonders wichtig

Besonders in Niedrigzinsphasen wie aktuell verkalkulieren sich viele Immobilienkäufer und zahlen den Kredit nur in sehr geringen Raten ab. Doch ist das Haus mit Renteneintritt noch nicht abbezahlt, verfehlt die Immobilie als Altersvorsorge ihren eigentlichen Zweck. Nämlich das mietfreie Wohnen. Hinzukommt, dass Immobilienbesitzer, die eine niedrige Tilgung wählen, langfristig gesehen mehr Zinsen zahlen. Da niemand weiß, wie sich die Zinsen entwickeln, kann das ganz schön teuer werden. Damit die Schuldenfreiheit nicht in weite Ferne rückt, ist es daher besonders wichtig, von Beginn an eine verhältnismäßige Tilgungsrate zu wählen, die zum Einkommen und der Kredithöhe passt.

Immobilien: Altersvorsorge nicht auf eine Karte setzen

Für die Altersvorsorge gilt wie für den Vermögensaufbau allgemein: Es ist immer ratsam, das Risiko zu streuen. Das heißt, dass eine Immobilie nicht der einzige Pfeiler der Altersvorsorge sein sollte. Häufig spricht man in diesem Zusammenhang von einem sogenannten Klumpenrisiko. Aufgrund der Unabwägbarkeiten des Lebens und wirtschaftlicher Entwicklungen birgt es immer Risiken, das Vermögen konzentriert zu investieren. Im Idealfall sollte die private Altersvorsorge daher aus mehreren Bausteinen bestehen wie zum Beispiel eine Kombination aus Wertpapieren, Immobilien und betrieblicher Altersvorsorge. Vergleich- und Testartikel helfen dabei, im Einzelfall das beste Altersvorsorge-Modell zu bestimmen.