Restschuld

Was ist eine Restschuld?

Als Restschuld wird der Teil der Kreditsumme bezeichnet, der nach Ablauf der Zinsbindung übrigbleibt und noch zurückgezahlt werden muss. Die Restschuld gibt somit an, wie hoch die verbleibenden Schulden des Darlehensnehmers sind. Der Begriff Restschuld wird meist im Zusammenhang mit Immobilienfinanzierungen verwendet, da es sich hier um sehr hohe Darlehensbeträge handelt, die mitunter über Jahrzehnte zurückgezahlt werden. Ein herkömmlicher Ratenkredit ist meist niedriger und hat daher keine Restschuld. Die Restschuld wird nach Ablauf der Zinsbindung mittels einer Anschlussfinanzierung getilgt. Der Darlehensnehmer kann diese bei der bisherigen Bank oder einem neuen Anbieter abschließen und neue Konditionen vereinbaren.

Mit Kreditrechner die Restschuld berechnen

Wer die Restschuld berechnen möchte, kann einen Tilgungsrechner beziehungsweise Kreditrechner nutzen. Ein Tilgungsrechner zeigt die Restschuld nach Ablauf der vertraglich vereinbarten Zinsbindung an. Die Höhe der Restschuld ist abhängig von der Höhe der monatlichen Tilgung innerhalb der Rate sowie der Tilgungsdauer.

Wie kann man die Höhe der Restschuld beeinflussen?

Für die Höhe der Restschuld ist der Tilgungssatz entscheidend. Dabei gilt: Je höher der Tilgungssatz, desto geringer ist die Restschuld am Ende der Darlehenslaufzeit. Der Tilgungssatz setzt fest, wie viel Prozent des Darlehens jährlich zurückgezahlt werden. Wer eine niedrige Tilgung von 1% wählt, wird am Ende der Zinsbindung eine höhere Restschuld haben als ein Darlehensnehmer, der eine Tilgung von beispielsweise 4% oder 5% wählt. Ein hoher Tilgungssatz hat jedoch Auswirkungen auf die monatliche Rate, die der Darlehensnehmer an die Bank zahlt. Diese setzt sich aus einem Tilgungs- und Zinsanteil zusammen. Die Zinsen werden dabei auf die Restschuld berechnet. Wer nur 1% Tilgung wählt, zahlt zwar eine geringere Monatsrate, jedoch auf lange Sicht mehr Zinsen, da die Restschuld entsprechend langsamer sinkt. Experten raten besonders in Niedrigzinsphasen eine höhere Tilgung zu wählen, um die aktuell günstigen Konditionen optimal zu nutzen und möglichst schnell und kostengünstig schuldenfrei zu werden. Man sollte vor Abschluss eines Darlehens daher abwägen, wie viel Tilgung man sich monatlich leisten kann. Bei vielen Banken ist es auch vertraglich möglich, die Tilgungsrate mehrfach an die eigenen Umstände anzupassen und nach und nach zu steigern.

Die folgende Grafik verdeutlicht den Einfluss der Tilgung auf die Höhe der Restschuld:



So beeinflusst die Tilgung die Höhe der Restschuld


Restschuld beeinflusst die Höhe der Vorfälligkeitsentschädigung

Die Höhe der Restschuld spielt bei der Berechnung der Vorfälligkeitsentschädigung eine wichtige Rolle. Wer sein Darlehen vorzeitig kündigen bzw. ablösen möchte, muss eine Entschädigung an die Bank zahlen. Je nach Höhe der Restschuld und der noch ausstehenden Laufzeit variiert auch die Höhe der Vorfälligkeitsentschädigung. Dabei gilt: Je höher zu diesem Zeitpunkt die Restschuld noch ist, desto teurer wird meist eine Vorfälligkeitsentschädigung. Der Grund: Der Bank entgehen bei einer vorzeitigen Auflösung des Darlehensvertrages entsprechend hohe Zinsen.

Gibt es auch Darlehen ohne Restschuld?

Es gibt auch Tilgungsdarlehen, bei denen keine Restschuld bleibt. Hierbei handelt es sich um sogenannte Volltilgerdarlehen. Die Tilgung wird dabei entsprechend hoch angesetzt. Wer ein Volltilgerdarlehen abschließt, sollte genau abwägen, ob eine solche finanzielle Belastung tragbar ist. In der Baufinanzierung sind Volltilgerdarlehen nicht sehr verbreitet. Baudarlehen sind meist sogenannte Annuitätendarlehen. Der Darlehensnehmer zahlt seine Schulden in gleichbleibenden monatlichen Raten, den Annuitäten, zurück. Mit der Zeit steigt dabei der Tilgungsanteil, während der Zinsanteil mit sinkender Restschuld, geringer wird.

Was ist eine Restschuldversicherung?

Eine Restschuldversicherung ist eine Kreditversicherung, mit der man die verbleibende Restschuld eines Darlehens absichern man. Die Restschuldversicherung sichert den Kreditnehmer vor einer unverschuldeten Zahlungsunfähigkeit ab. Gründe für eine (vorübergehende) Zahlungsfähigkeit können beispielsweise Arbeitslosigkeit, Krankheit oder Tod des Kreditnehmers sein. Die Restschuldversicherung übernimmt dann entweder die gesamte Tilgung des Darlehens oder zahlt vorübergehend die fälligen Raten. Oft wird die Restschuldversicherung direkt beim Antrag des Darlehens abgeschlossen. Manche Anbieter machen eine Restschuldversicherung auch zur Pflicht, da das Ausfallrisiko der Bank mit einer Restschuldversicherung sinkt. In den meisten Fällen ist sie jedoch optional.

Details zur Restschuldversicherung »

Darlehenskonditionen vergleichen

Um ein Darlehen möglichst schnell und kostengünstig zu tilgen, sollte man immer die Konditionen der Anbieter vergleichen und einen Darlehensvergleich vornehmen. Man sollte sich außerdem vorab über staatliche Fördermöglichkeiten wie beispielsweise die KfW-Förderung informieren. Die Zinsen, die auf die Restschuld berechnet werden, sind bei der staatlichen Förderbank, KfW, häufig niedriger als bei herkömmlichen Banken. Die KfW-Förderung stellt daher häufig eine sinnvolle Ergänzung zum herkömmlichen Bankdarlehen dar. Außerdem: Wer bereits ein Angebot für ein Darlehen erhalten hat und berechnen möchte, wie hoch die Restschuld nach Ablauf der Zinsbindung wäre, sollte einen Tilgungsrechner nutzen. Angebote verschiedener Anbieter können so untereinander verglichen werden.