Wohnungsbauprämie erhalten und Bausparvertrag unterstützen

Die Wohnungsbauprämie wird von Bausparkassen häufig als Säule der Wohnungsbauförderung bezeichnet. Neben der Arbeitnehmersparzulage stellt sie eine staatliche Förderung dar, die gerade einkommensschwächeren Bürgern zu Wohneigentum verhelfen soll. Förderberechtigte Personen erhalten die Wohnungsbauprämie in der Regel einmal jährlich.

Wohnungsbauprämie: Die wichtigsten Zahlen vorweg

Die Höhe der Prämie ist üblicherweise von der Höhe der Einzahlungen auf dem Anlagekonto abhängig. Des Weiteren gilt für den Erhalt der jährlichen staatlichen Förderung eine Wohnungsbauprämie-Einkommensgrenze, da sich ihr Angebot vor allem an einkommensschwächere Bürger richten soll. Ein Überblick in Zahlen:

Wohnungsbauprämie: Höhe und Maximalgrenze

Während der Sparphase eines Bausparvertrages zahlen Sparer regelmäßig in ihr Anlagekonto ein. Auf die Summe, die während eines Jahres angespart wurde, wird diesem am Ende des Jahres eine Förderung von zusätzlichen 8,8 Prozent gutgeschrieben. Zu beachten gilt aber, dass der förderberechtigte Betrag auf ein Maximum beschränkt ist. Für den Erhalt der Wohnungsbausparprämie sind dies im Jahr 512 Euro pro Person, für Ehepaare folglich 1024 Euro, die mit 8,8 Prozent bezuschusst werden können. Daraus folgt, dass Alleinstehende eine maximale Wohnungsbauprämie von 45,06 Euro und Ehepaare von 90,11 Euro erhalten können. Höhere Summen auf dem Anlagekonto des Bausparvertrages anzusparen ist dennoch problemlos möglich. Lediglich die Förderung im Rahmen der Wohnungsbauprämie ist begrenzt.

Wohnungsbauprämie: Voraussetzungen für ihren Erhalt

Möchte man die Wohnungsbauprämie beantragen, ist die wichtigste Voraussetzung vor allem eines: Der Bausparvertrag. Wohnungsbauprämie und ihre Vorzüge sind an das Prinzip des Bausparens gebunden. Laufzeit und Höhe des Bausparvertrages sind allerdings irrelevant für die Zahlung der staatlichen Förderung. Lediglich ein Mindestbetrag von 50 Euro im Jahr muss in der Regel auf das Anlagekonto des laufenden Bausparvertrages eingezahlt werden, um einen Antrag auf Wohnungsbauprämie stellen zu können. Höhere Zahlungen sind grundsätzlich problemfrei möglich, beeinflussen die Wohnungsbauprämie Höhe aber nur bis zur geltenden Maximalgrenze. Die Sparraten müssen dabei lediglich bis Ende des Jahres in den Bausparvertrag investiert werden, insofern diese für den Erhalt der Wohnungsbauprämie berücksichtigt werden sollen. Üblicherweise werden dabei alle Einzahlungen bis zum 31.12. des laufenden Kalenderjahres einschließlich anfallender Zinsen mit einberechnet.

Da die Wohnungsbauprämie vor allem einkommensschwächere Bürger bei der Realisierung ihres Bau- oder Kaufvorhabens unterstützen soll, hat der Staat eine Wohnungsbauprämie-Einkommensgrenze festgelegt.

Für Wohnungsbauprämie Einkommensgrenzen beachten

Die Wohnungsbauprämie-Einkommensgrenze gilt in der Regel ausschließlich für das zu versteuernde Einkommen. Dies entspricht nicht zwangsläufig dem Bruttoeinkommen der betreffenden Person, da üblicherweise Sonderausgaben und Werbungskosten von diesem abgezogen werden müssen. Des Weiteren zählen auch Freibeträge, wie beispielsweise Kinderfreibeträge, nicht zum versteuernden Einkommen. Alleinstehende dürfen demnach für den Erhalt der Wohnungsbauprämie den Wert von 25.600 Euro nicht übersteigen, ein Ehepaar das gemeinsam bauspart 51.600 Euro. Bei Überschreitung der genannten Grenzen besteht in der Regel kein Anspruch auf die Wohnungsbauprämie.

Auszahlung und Höhe: Wohnungsbauprämie folgt wohnwirtschaftlichem Zweck

Seit 2009 sind Bauspardarlehen an eine sogenannte wohnwirtschaftliche Verwendung gebunden. Das gilt ebenso für die Zulagen der Wohnungsbauprämie. Das Geld, das durch die staatliche Förderung angespart wurde, darf folglich ausschließlich für den Bereich des Wohnens verwendet werden. Darunter fallen beispielsweise Hausbau und -kauf, Aus- und Umbauten sowie Modernisierungs- und Renovierungsarbeiten.

Antrag Wohnungsbauprämie über Bausparkasse stellen

In der Regel bieten Bausparkassen ihren Kunden einmal im Jahr die Möglichkeit die Wohnungsbauprämie beantragen zu können. Üblicherweise schicken diese den Antrag auf Wohnungsbauprämie direkt mit dem Kontoauszug des Bausparvertrages an ihre Vertragspartner. Das Formular gilt es im Anschluss wahrheitsgetreu auszufüllen und an die betreffende Bausparkasse zurück zu schicken, schließlich gibt der Bausparer dort Auskunft über die Höhe seines Einkommens und setzt seine Unterschrift darunter.

Wohnungsbauprämie rückwirkend beantragen

Bausparer haben grundsätzlich die Möglichkeit die Wohnungsbauprämie rückwirkend zu beantragen. Der Zeitraum hierfür beträgt in der Regel die vorangegangenen zwei Sparjahre. Hat man es also verpasst rechtzeitig einen Antrag auf Wohnungsbauprämie zu stellen, kann man dies noch für bereits zwei Jahre zurückliegende Sparanlagen tun: Beispielsweise am 31.12.2016 für die Jahre 2015 und 2014. Das Formular für den Antrag die Wohnungsbauprämie rückwirkend zu erhalten, kann man sich völlig unkompliziert von der betreffenden Bausparkasse geben lassen.