Bauhelferversicherung: Wenn Freunde und Bekannte mit anpacken

Ein Hausbau ist meist richtig teuer. Viele Bauherren greifen daher selbst zum Werkzeug, um Kosten für Handwerker zu sparen. Helfen zusätzlich Verwandte, Freunde oder Arbeitskollegen bei der Realisierung des Traumhauses, ist es wichtig, diese richtig abzusichern. Der Grund: Bauherren haften bei Unfällen für private Helfer. Daher schließen diese häufig eine sogenannte Bauhelfer-Unfallversicherung, kurz Bauhelferversicherung, ab. Doch was leistet eine Bauhelfer-Unfallversicherung und wie sinnvoll ist diese?

Was ist eine Bauhelferversicherung und wann ist diese nötig?

Eine Bauhelferversicherung ist eine – meist zeitlich begrenzte – Unfallversicherung für private Bauhelfer, die Bauherren gegen die finanziellen Folgen eines Unfalls auf der Baustelle absichert. Eine Unfallversicherung für Bauhelfer ist immer dann besonders sinnvoll, wenn Bauherren beim Hausbau Eigenleistung erbringen und dazu Verwandte, Arbeitskollegen oder auch Bekannte mit anpacken. Denn verletzt sich ein Helfer schwer, muss der Bauherr in der Regel für die Behandlungskosten aufkommen. Und insbesondere nicht geübten Bauhelfern passiert schnell etwas. Ein unachtsamer Schritt und ein Helfer fällt beispielsweise beim Dachdecken vom Haus. Oder auch der Bauhelfer, der sich beim Sägen schwer an der Hand verletzt.

Versicherungsschutz über Bauberufsgenossenschaft reicht häufig nicht

Prinzipiell gilt: Für private Bauhelfer wie Freunde, Nachbarn, Arbeitskollegen oder auch Verwandte besteht eine gesetzliche Meldepflicht bei der regional zuständigen Bauberufsgenossenschaft. Für jeden Bauhelfer fallen Kosten an. Die Höhe der Beiträge variiert je nach geleisteter Arbeitsstunde. Wer der Meldepflicht nicht nachkommt, riskiert ein hohes Bußgeld. Im Übrigen spielt es hierbei keine Rolle, ob der Bauhelfer bezahlt wird oder nicht.

Je nachdem, in welchem Ausmaß der Bauhelfer den Bauherren unterstützt, ist dieser dann auch über die Berufsgenossenschaft gesetzlich unfallversichert. Der Versicherungsschutz der Berufsgenossenschaft gilt sowohl bei Unfällen auf der Baustelle als auch bei Unfällen, die sich auf dem Hin- und Rückweg von der Baustelle ereignen. Dabei gilt: Wer private Helfer mehr als 40 Arbeitsstunden auf der eigenen Baustelle beschäftigt, muss sie bei der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft versichern. Ist die Bauleistung des Helfers jedoch lediglich als Gefälligkeitsdienst anzusehen, so ist dieser nicht versichert. Hilft der Nachbar beispielsweise nur kurz beim Entladen eines Anhängers, besteht kein gesetzlicher Versicherungsschutz über die Baugenossenschaft. Prinzipiell sollten Bauherren beachten, dass es sehr sinnvoll sein kann, den Versicherungsschutz über die Baugenossenschaft mit einer privaten Bauhelferversicherung zu ergänzen. Denn der Versicherungsschutz gilt beispielsweise im Invaliditätsfall nur bei einer Beeinträchtigung von mindestens 20%. Darüber hinaus zahlt die Versicherung der Bauberufsgenossenschaft meist nur geringe Rentenleistungen bei Invaliditätsfolgen.

Wer ist über die Bauhelfer-Unfallversicherung abgesichert?

Der Versicherungsschutz gilt bei den meisten Anbietern für alle privaten Bauhelfer, die auf der Baustelle arbeiten. Die Bauherren selbst und ihre Ehe- bzw. Lebenspartner sind in der Regel nicht mit der Bauhelferversicherung abgesichert. Bauherren sollten daher prüfen, ob bereits ein ausreichender Unfallschutz zum Beispiel durch eine private Unfallversicherung oder eine Berufsunfähigkeitsversicherung besteht. Dabei sollten diese beachten, dass die private Haftpflicht in der Regel nur bei kleineren Bauvorhaben wie beispielsweise dem Bau eines Gartenschuppens absichert. Die gesetzliche Unfallversicherung greift grundsätzlich nicht bei Unfällen auf privaten Baustellen. Ein zusätzlicher Versicherungsschutz ist somit in der Regel sinnvoll.

Typische Leistungen einer Bauhelfer-Unfallversicherung

Prinzipiell gilt: Je nach Tarif und Anbieter variiert der Leistungsumfang der Police. Häufige Leistungen einer Bauhelferversicherung sind jedoch:

  • Todesfallleistung: Verstirbt ein Bauhelfer an den Folgen eines Unfalls auf der Baustelle, leistet die Bauhelferversicherung eine Einmalzahlung entsprechend der Versicherungssumme an die Hinterbliebenen.
  • Erstattung der Kosten für Such-, Rettungs- und Bergungseinsätze: Muss ein Bauhelfer infolge eines Unfalls von Rettungskräften geborgen werden, übernimmt die Bauhelferversicherung die Kosten bis zu einem bestimmten Maximalbetrag.
  • Zahlungen für Personenschäden in Folge von Unfällen: Stolpert ein Bauhelfer auf der Baustelle und bricht sich den Arm, springt die Bauhelferversicherung ein.
  • Invaliditätsleistungen: Verletzt sich ein Bauhelfer so schwer, dass er dauerhaft beeinträchtigt ist, zahlt die Bauhelferversicherung bis zur vertraglich vereinbarten Versicherungssumme.
  • Krankenhaustagegeld: Wenn man beispielsweise nach einem Unfall stationär behandelt werden muss, erhält der Versicherte für jeden Tag des Krankenhausaufenthaltes einen vertraglich vereinbarten Betrag.
  • Erstattung von Transportkosten zum Krankenhaus oder einer bestimmten Spezialklinik
  • Die meisten Versicherer bieten auch Schutz bei Unfällen, die selbstverschuldet – zum Beispiel durch Stolpern, Ausrutschen oder Stürzen – verursacht wurden.

    Da sich der Leistungsumfang einer Bauhelferversicherung je nach Anbieter stark unterscheiden kann, ist es wichtig, einen Bauhelfer-Unfallversicherung Vergleich durzuführen. Besonders einfach und bequem können Bauherren Tarifdetails wie Kosten und Leistungsumfang online vergleichen und das jeweils günstigste Angebot abschließen.

    Was kostet eine Bauhelferversicherung?

    Die Versicherungsbeiträge für eine Bauhelfer-Unfallversicherung variieren je nach Anbieter und Leistungsumfang. Manche Versicherer machen die Höhe des Beitrages auch von der Anzahl der Bauhelfer abhängig. Es ist daher nicht möglich, pauschal zu beantworten, wie hoch die Kosten ausfallen. Die Anzahl der Arbeitsstunden, die Bauhelfer leisten, hat jedoch in den meisten Fällen keinen Einfluss auf die Höhe der Versicherungsbeiträge.

    Bauhelfer-Unfallversicherung: Sinnvolle Versicherung für Bauhelfer?

    Wer beim Hausbau auf die Hilfe von Onkel, Tante, Nachbar und Arbeitskollege nicht verzichten möchte, sollte deren Hilfsbereitschaft mit einem entsprechenden Versicherungsschutz entgegnen. Insbesondere wenn ein Bauherr in hohem Maße auf private Hilfe beim Hausbau setzt, ist der Versicherungsschutz in der Regel sehr sinnvoll. Außerdem gilt: Ein Unfall mit unkalkulierbaren Folgekosten ist schnell passiert – besonders auf dem Bau. Helfer sind nämlich meist Laien und nicht routiniert im Umgang mit Baumaschinen oder Werkzeugen und sollten daher von Bauherren richtig abgesichert werden.

    Hat der Bauherr jedoch bereits eine Bauherrenhaftpflichtversicherung abgeschlossen, die Eigenleistung abdeckt und für alle am Bau beteiligten Personen gilt, ist eine zusätzliche Bauhelferversicherung unter Umständen nicht mehr nötig.

    Neben der Bauherrenhaftpflichtversicherung ist beispielsweise eine Wohngebäudeversicherung eine wichtige Versicherung. Diese schützt das fertige Haus gegen Gefahren von außen, wie beispielsweise Brand, Blitzschlag oder Sturm. Eine Bauleistungsversicherung sichert Bauschäden während der Bauphase ab – in der Regel unabhängig davon, ob diese durch höhere Gewalt (zum Beispiel Sturm oder Überschwemmung), Vandalismus oder einen herabstürzenden Dachziegel verursacht wurden.