Bauherrenhaftpflichtversicherung: Für Bauherren unverzichtbar

Nach einer meist langwierigen Suche nach dem richtigen Grundstück und etlichen Ämtergängen kann der Hausbau endlich beginnen – für viele Häuslebauer ein sehnsüchtig erwarteter Moment. Jedoch gehen mit der eigenen Baustelle auch einige Verpflichtungen einher. Denn der Bauherr ist für die Sicherheit auf der Baustelle voll verantwortlich. Kommt es zu Sachschäden oder einem Unfall, haftet der Bauherr mit seinem gesamten Vermögen. Gut beraten ist in dieser Situation, wer sich vorab mit einer Bauherrenhaftpflichtversicherung abgesichert hat.

Bauherrenhaftpflichtversicherung schützt vor Haftungsrisiken

Eine Baustelle birgt einige Gefahren. Baumaschinen, tiefe Gruben oder ein hohes Baugerüst, von dem ein Bauhelfer in einem unachtsamen Moment fällt. Dabei gilt: Bauherren haften für alle Schäden und sind für die Sicherheit auf ihrer Baustelle und dem dazugehörigen Grundstück verantwortlich. Stürzt beispielsweise eine Passantin in eine Grube auf der Baustelle und verletzt sich schwer, können hohe – meist unkalkulierbare – Schadensersatzforderungen die Folge sein, die das Budget des Häuslebauers schnell vor große Probleme stellen. Eine Bauherrenhaftpflichtversicherung schützt den Versicherten vor diesen Haftungsrisiken.

Der Bauherr ist im Übrigen auch dann haftbar, wenn ein Bauunternehmen den Bau begleitet. Denn nicht immer ist die Lage eindeutig. Im Schadensfall können dann sowohl Bauherr als auch Bauunternehmer zur Verantwortung gezogen werden.

Private Haftpflicht deckt nur kleinere Schäden

Die meisten Deutschen verfügen über eine private Haftpflichtversicherung. Jedoch kommt diese in der Regel nur für kleinere Schäden auf einer Baustelle auf. Je nach Tarif variiert dabei die Versicherungssumme, das heißt, die Summe, bis zu deren Höhe Schäden übernommen werden. Häufig liegt diese bei 50.000 €. Die Folge: Der Bauherr benötigt bei einem größeren Schaden einen zusätzlichen Versicherungsschutz.

Wer ist durch eine Bauherrenhaftpflicht versichert?

Mit einer Bauherrenhaftpflicht können sich private Bauherren gegen Forderungen Dritter absichern. Als Bauherr gilt nicht nur der Häuslebauer. Ein Bauherr ist jeder, der ein größeres Bauvorhaben veranlasst. Wer das eigene Haus beispielsweise umfassend saniert oder ein weiteres Stockwerk anbaut, ist ebenfalls Bauherr und sollte eine Bauherrenhaftpflichtversicherung abschließen. Kleinere Vorhaben wie zum Beispiel der Kücheneinbau sind häufig bereits in der privaten Haftpflichtversicherung abgesichert. Eine Bauherrenhaftpflichtversicherung gilt meist für alle mit den Bauarbeiten beschäftigten Personen. Allerdings sollten Bauherren in den Ausschlusskriterien bzw. Rahmenbedingungen der Versicherung genau prüfen, für wen der Versicherungsschutz gilt. Denn je nach Tarif kann es zu Abweichungen kommen.

Wann greift die Bauherrenhaftpflichtversicherung?

Die Bauherrenhaftpflichtversicherung leistet Zahlungen, wenn Dritte auf der Baustelle und dem dazugehörigen Grundstück zu Schaden kommen und begründete Schadensersatzansprüche stellen. Als „Dritte“ gelten nicht nur beauftragte Handwerker oder private Bauhelfer, sondern zum Beispiel auch Passanten oder Kinder, die sich (unbefugt) Zugang zur Baustelle verschaffen. Stolpert beispielsweise ein Passant auf der unzureichend abgesicherten Baustelle und bricht sich ein Bein, leistet die Bauherrenhaftpflichtversicherung Zahlungen.

Leistungen der Bauherrenhaftpflichtversicherung

Prinzipiell springt der Versicherer bei Personen-, Sach-, oder Vermögensschäden ein und kommt für finanzielle Folgen bis zur vereinbarten Versicherungssumme auf. Häufig sind besonders Personenschäden ein großes finanzielles Risiko für Bauherren. Denn ist ein Bauhelfer beispielsweise nach einem Sturz von der Leiter dauerhaft beeinträchtigt, zahlt der Bauherr die Behandlungskosten, Schmerzensgelder und gegebenenfalls Rentenleistungen.

Zwei Praxisbeispiele – in diesen Fällen springt die Versicherung ein:

  1. Ein privater Bauhelfer verputzt die Außenwand, stürzt in einem unachtsamen Moment vom Baugerüst und bricht sich das Bein.
  2. Das Nachbarskind betritt (unbefugt) die unzureichend gesicherte Baustelle, fällt in eine Baugrube und verletzt sich schwer.

Bei vielen Anbietern beinhaltet die Bauherrenhaftpflicht auch einen Rechtsschutz, das heißt, der Versicherer wehrt ungerechtfertigte Forderungen gegenüber dem Versicherten ab: Kommt es zu einem Unfall, für den der Bauherr als Laie nicht zur Verantwortung zu ziehen ist, wird die Bauherrenhaftpflicht versuchen, diese ungerechtfertigten Ansprüche abzuwehren.

Diese Leistungen sind häufig ausgeschlossen

Ein Bauherr hat eine gesetzlich vorgeschriebene Sicherungspflicht für seine Baustelle. Missachtet der Bauherr diese vorsätzlich, kann es passieren, dass die Police im Schadensfall nicht haftet. Schäden von engen Angehörigen wie beispielsweise des Kindes oder des Ehepartners, sind ebenfalls nicht mitversichert. Ein Beispiel: Das eigene Kind fällt in eine Baugrube und muss von der Feuerwehr gerettet werden. Darüber hinaus sind Schäden an gemieteten Gegenständen, zum Beispiel einer Baumaschine, häufig nicht versichert. Bauherren sollten vor Abschluss einer Police die Rahmenbedingungen des Versicherungsschutzes genau prüfen und sich bei Fragen direkt an den Versicherer wenden.

Tipp: Antworten zum Leistungsumfang immer schriftlich zukommen lassen, damit Bauherren im Ernstfall einen Beweis für die Leistungszusage vorzuweisen haben.

Kosten einer Bauherrenhaftpflichtversicherung

Es ist nicht möglich, pauschal zu beantworten, was eine Bauherrenhaftpflicht kosten sollte. Der Grund: Die Höhe des Versicherungsbeitrags ist abhängig von der Bausumme und dem Anteil an Bauleistungen, die der Bauherr selbst durchführen möchte. Greifen Bauherren selbst zum Werkzeug, lassen sich Versicherer meist das erhöhte Schadensfallrisiko bezahlen. Daher gilt: Je größer der Eigenanteil, desto höher sind auch die Bauherrenhaftpflicht-Kosten. Die Versicherungsprämie zahlen Bauherren häufig als Einmalbetrag zu Baubeginn und sind dann bis zum vertraglich vereinbarten Ablaufdatum der Police versichert. Viele Anbieter begrenzen den Versicherungsschutz auf zwei Jahre.

Versicherungssumme richtig wählen

Der Versicherungsschutz einer Bauherrenhaftpflichtversicherung deckt womöglich nicht die gesamten Kosten, die in einem Schadensfall entstehen. Denn je nachdem, wie hoch die Versicherungssumme ist, kann ein Betrag übrigbleiben, den der Bauherr selbst begleichen muss. Es ist daher wichtig, eine ausreichende Versicherungssumme zu wählen, um das finanzielle Restrisiko zu minimieren. Experten empfehlen bei der Bauherrenhaftpflichtversicherung eine Deckungssumme für Personen- und Sachschäden in Höhe von mindestens 5 Millionen €. Allerdings hängt die Versicherungssumme immer von der Bausumme und dem Anteil der Eigenleistungen auf der Baustelle ab.

Bauherrenhaftpflicht mit Grundstückserwerb abschließen

Häuslebauer sollten eine Bauherrenhaftpflichtversicherung abschließen, sobald sie ein Grundstück erworben haben. Denn ab diesem Moment haften Bauherren für alle Schäden. Häufig schließen Hausbesitzer eine Bauherrenhaftpflichtversicherung erst mit Beginn der Bauphase ab. Schäden, die sich im Zeitraum zwischen Grundstückskauf und erstem Spatenstich ereignen, sind dann allerdings nicht abgesichert.

Welche zusätzlichen Versicherungen für Bauherren gibt es?

Eine Baufinanzierung ist für viele Menschen die größte Investition ihres Lebens. Bauherren sollten jedoch nicht an den falschen Stellen sparen. Für Häuslebauer ist die Bauherrenhaftpflichtversicherung die wichtigste Police. Es gibt jedoch weitere empfehlenswerte Versicherungen für Bauherren. Ein Beispiel: Die Wohngebäudeversicherung, häufig auch nur Gebäudeversicherung genannt. Diese versichert Schäden am fertigen Wohngebäude sowie allen fest eingebauten Gegenständen durch Feuer, Blitzschlag, Hagel oder Sturm. Steht der Keller in Folge eines Rohrbruchs unter Wasser, kommt die Wohngebäudeversicherung für den Schaden auf. Darüber hinaus gibt es die sogenannte Bauleistungsversicherung. Diese sichert Bauschäden während der Bauphase durch Sturm oder auch Überschwemmung ab. Auch eine Bauhelferversicherung, eine private Unfallversicherung für Bauhelfer, kann sehr sinnvoll sein. Deckt die Bauherrenhaftpflicht jedoch auch Eigenleistungen und alle am Bau beteiligten Personen ab, ist eine Bauhelferversicherung unter Umständen nicht mehr notwendig. Auch hier schafft die Nachfrage beim jeweiligen Versicherer schnell Klarheit.

Vergleich Bauherrenhaftpflicht: So finden Bauherren eine günstige Police

Ob Bauleistungs-, Bauhelfer- oder Bauherrenversicherung: Vergleich und Bewertung verschiedener Angebote helfen Bauherren dabei, den günstigsten Tarif zu finden, der gleichzeitig zu den individuellen Bedürfnissen des Bauherren passt. Wer auf der Suche nach einem Bauherrenhaftpflicht Test ist, kann sich dabei meist auf das Internet verlassen und online zahlreiche Angebote verschiedener Anbieter vergleichen. Dabei sollten Bauherren jedoch nicht nur auf die Kosten der Police, sondern auch Leistungen sowie Ausschlusskriterien beachten.